Liebe Pedelec-Freunde,
ich möchte Euch hier den Umbau meines Victoria "Mainau" Fahrrades mit dem ELFEI- Umbausatz vorstellen.
Ich habe mich für den Hinterradumbau entschieden. Ein großer Vorteil ist die Beibehaltung des Vorderrad-Nabengenerators für die Beleuchtung. Andere Gründe hatte ich eigentlich nicht. Die Vor-und Nachteile der Wahl des Einbaues vorne oder hinten sollte jeder mit sich selber ausmachen. Bevor ich mir den Bausatz bestellte, bin ich bei einem Fahrradhändler mehrere Pedelecs verschiedener Hersteller probegefahren. Alle hatten einen Vorderradmotor eingebaut. Der Grund meiner Entscheidung zu Gunsten eines Umbausatzes war einmal der Preis eines neuen Pedelecs, zum anderen das Alter meines Fahrrades. (1 Jahr alt)
Der Umbau selber gestaltete sich recht einfach. Die reine Umbauzeit betrug ungefähr 90 Minuten. Die meiste Zeit verbrachte ich mit der Entscheidung, wo und wie ich einzelne Komponenten verbaue. Ursprünglich wollte ich den Akku an der Sattelstütze anbringen. Bedingt durch die beiden Sattelfedern passte das Ganze aber nicht. So entschied ich mich für die Gepäckträgervariante. Der Gepäckträger meines Rades hat vorne einen etwas breiteren Quersteg, an dem die Akkuhalterung perfekt passt. Ich kann so auch noch den Gepäckträger normal nutzen.
Der Akku soll komplett aufgeladen werden. Bei mir zeigte er eine Ladung von 75% an. Das Aufladen des Akkus habe ich während der Umbauarbeiten gemacht und dauerte knapp unter 2 Stunden.
Der Umbau im Einzelnen:
1.
Ich habe mich für ein komplettes neues Hinterrad mit neuem Zahnkranz entschieden. Als Erstes habe ich das alte Hinterrad ausgebaut und den vorhandenen Schlauch nebst Mantel auf das neue Rad umgelegt. Aber Vorsicht: Ich habe das Speichenschutzband in der Felge nicht mit übernommen.

Lehrgeld: Es fiel mir am nächsten Tag ein, also Rad raus, Mantel und Schlauch raus, Schutzband auflegen, alles wieder einbauen. Der Einbau des neuen Rades bereitete ein wenig Probleme. Die Achsaufnahme bei meinem Fahrrad war etwas zu schmal, denn die Achse des neuen Hinterrades war etwas dicker als die des vorher eingebaute Rades. Ich habe den dicken Lackauftrag in der Aufnahme entfernt und danach ging es etwas besser.
2.
Als nächstes entfernte ich den linken Pedalarm und das Innenlager der Pedalachse. Ich war in der glücklichen Lage, mir einen Werkzeugkoffer mit allen notwendigen Werkzeugen zur Fahrradreparatur leihen zu können. Zur Entfernung der Pedalarmes war ein spezieller Abzieher notwendig, den wohl nicht jeder hat. Auch das Innenlager verlangt ein spezielles Werkzeug. Nun baute ich den Tretsensor am Innenlager ein, passte alles sehr gut. Als nächstes schob ich die Magnetscheibe über den Pedalvierkant und befestigte den Pedalarm. Der erforderliche Abstand von 1-2 mm zum Sensor war fast gegeben. Durch zurückdrücken der Sensorhalterung erhält man den perfekten Abstand. Da in der Einbauanleitung nicht genau wiedergegeben wird, wie rum die Scheibe eingesetzt werden muß, entschied ich mich dafür, die Scheibe aus meiner Sicht mit den Pfeilen in Tretrichtung einzubauen. In der Bauanleitung ist am Ende unter Fehlerquellen ein Hinweis auf eine falsch eingebaute Scheibe, der besagt, das wenn der Motor nur langsam läuft, die Scheibe umgedreht werden muß. Als ich am Ende aller Arbeiten den Testlauf durchführte, lief der Motor beim Treten garnicht, aber beim Rückwärtstreten. So mußte ich den Pedalarm wieder entfernen und die Scheibe umdrehen.

Tipp: Mitmenschen, die Mangels Abzieher für Pedalarm und Innenlager zum Fahrradhändler fahren müssen, empfehle ich, die Magnetscheibe zum Schluß einbauen zu lassen. Dort kann man dann auch gleich testen, ob alles läuft. Dieses erspart extra Weg, vielleicht Geld und Frust.
3.
Das LED-Display habe ich auf der linken Seite verbaut. Die Anfahrhilfe auf der rechten Seite. Da an meinem Fahrrad die Bremshebel mit Schaltung eine Einheit bilden, mußte ich mir überlegen, was mit den neuen Bremshebeln zur Motorabschaltung passiert. Kabel abschneiden und ohne Motorabschaltung fahren

Möglich. Wie an anderer Stelle vorgestellt, Reedkontake einbauen

Auch möglich. Ich habe mich für eine weitere Variante entschieden. Da nur noch auf der rechten Lenkerseite etwas Platz war, habe ich dort einen Bremshebel angebaut und das Kabel des Linken abgeschnitten. So habe ich jederzeit die Möglichkeit, mit dem Daumen kurz den Hebel zu drücken und der Motor hört auf zu laufen. Ich habe den Hebel nach oben setzen müssen, da ich eine Klickfix-Lenkertasche benutze. Dadurch war wenig Platz, den Hebel nach unten zu legen, wo er weniger auffällt.
4.
Der Contoller und der Akkueinbau waren nur noch Formsache. Die teilweise langen Kabel wurden gut verlegt und mit Kabelbindern befestigt.
Nach Abschluß aller Arbeiten wurde ein ausgiebiger Test durchgeführt. Erst auf einem Stand, wobei das schon oben erwähnte Problem mit der Magnetscheibe auftrat. Danach ein weiterer Test von 10 km.

Ich bin einfach begeistert und werde meiner Frau auch noch das Unbehagen nehmen und sie überzeugen, sich Ihr Fahrrad auch noch von mir umrüsten zu lassen.
Gegenwind und Steigungen sind kein Thema mehr. Hinsichtlich der Akkuleistung muß man mal abwarten, wie das sich entwickelt.
Was ich heute sagen kann: Eine lohnende Sache.