Willkommen im Forum von Elektrofahrrad-einfach.de, einer Community für Elektrofahrrad- und Pedelec-Begeisterte.

Die Nutzung des Forums ist für alle Besucher frei und kostenlos. Zum Verfassen von Beiträgen ist jedoch eine kurze Registrierung notwendig (Achtung: für dieses Forum und den Shop sind separate Registrierungen notwendig!). Bei Problemen oder Fragen helfen wir natürlich gerne weiter. Hier geht es zu den Kontaktmöglichkeiten.

Aktuelle Zeit: Di 22. Mai 2012, 10:15

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Victoria "Mainau" Umbau mit dem ELFEI- Umbausatz
BeitragVerfasst: So 15. Aug 2010, 14:26 
Offline

Registriert: So 15. Aug 2010, 11:24
Beiträge: 6
Liebe Pedelec-Freunde,
ich möchte Euch hier den Umbau meines Victoria "Mainau" Fahrrades mit dem ELFEI- Umbausatz vorstellen.
Ich habe mich für den Hinterradumbau entschieden. Ein großer Vorteil ist die Beibehaltung des Vorderrad-Nabengenerators für die Beleuchtung. Andere Gründe hatte ich eigentlich nicht. Die Vor-und Nachteile der Wahl des Einbaues vorne oder hinten sollte jeder mit sich selber ausmachen. Bevor ich mir den Bausatz bestellte, bin ich bei einem Fahrradhändler mehrere Pedelecs verschiedener Hersteller probegefahren. Alle hatten einen Vorderradmotor eingebaut. Der Grund meiner Entscheidung zu Gunsten eines Umbausatzes war einmal der Preis eines neuen Pedelecs, zum anderen das Alter meines Fahrrades. (1 Jahr alt)

Der Umbau selber gestaltete sich recht einfach. Die reine Umbauzeit betrug ungefähr 90 Minuten. Die meiste Zeit verbrachte ich mit der Entscheidung, wo und wie ich einzelne Komponenten verbaue. Ursprünglich wollte ich den Akku an der Sattelstütze anbringen. Bedingt durch die beiden Sattelfedern passte das Ganze aber nicht. So entschied ich mich für die Gepäckträgervariante. Der Gepäckträger meines Rades hat vorne einen etwas breiteren Quersteg, an dem die Akkuhalterung perfekt passt. Ich kann so auch noch den Gepäckträger normal nutzen.
Der Akku soll komplett aufgeladen werden. Bei mir zeigte er eine Ladung von 75% an. Das Aufladen des Akkus habe ich während der Umbauarbeiten gemacht und dauerte knapp unter 2 Stunden.

Der Umbau im Einzelnen:

1.
Ich habe mich für ein komplettes neues Hinterrad mit neuem Zahnkranz entschieden. Als Erstes habe ich das alte Hinterrad ausgebaut und den vorhandenen Schlauch nebst Mantel auf das neue Rad umgelegt. Aber Vorsicht: Ich habe das Speichenschutzband in der Felge nicht mit übernommen. :oops: Lehrgeld: Es fiel mir am nächsten Tag ein, also Rad raus, Mantel und Schlauch raus, Schutzband auflegen, alles wieder einbauen. Der Einbau des neuen Rades bereitete ein wenig Probleme. Die Achsaufnahme bei meinem Fahrrad war etwas zu schmal, denn die Achse des neuen Hinterrades war etwas dicker als die des vorher eingebaute Rades. Ich habe den dicken Lackauftrag in der Aufnahme entfernt und danach ging es etwas besser.
2.
Als nächstes entfernte ich den linken Pedalarm und das Innenlager der Pedalachse. Ich war in der glücklichen Lage, mir einen Werkzeugkoffer mit allen notwendigen Werkzeugen zur Fahrradreparatur leihen zu können. Zur Entfernung der Pedalarmes war ein spezieller Abzieher notwendig, den wohl nicht jeder hat. Auch das Innenlager verlangt ein spezielles Werkzeug. Nun baute ich den Tretsensor am Innenlager ein, passte alles sehr gut. Als nächstes schob ich die Magnetscheibe über den Pedalvierkant und befestigte den Pedalarm. Der erforderliche Abstand von 1-2 mm zum Sensor war fast gegeben. Durch zurückdrücken der Sensorhalterung erhält man den perfekten Abstand. Da in der Einbauanleitung nicht genau wiedergegeben wird, wie rum die Scheibe eingesetzt werden muß, entschied ich mich dafür, die Scheibe aus meiner Sicht mit den Pfeilen in Tretrichtung einzubauen. In der Bauanleitung ist am Ende unter Fehlerquellen ein Hinweis auf eine falsch eingebaute Scheibe, der besagt, das wenn der Motor nur langsam läuft, die Scheibe umgedreht werden muß. Als ich am Ende aller Arbeiten den Testlauf durchführte, lief der Motor beim Treten garnicht, aber beim Rückwärtstreten. So mußte ich den Pedalarm wieder entfernen und die Scheibe umdrehen.

:idea:Tipp: Mitmenschen, die Mangels Abzieher für Pedalarm und Innenlager zum Fahrradhändler fahren müssen, empfehle ich, die Magnetscheibe zum Schluß einbauen zu lassen. Dort kann man dann auch gleich testen, ob alles läuft. Dieses erspart extra Weg, vielleicht Geld und Frust.

3.
Das LED-Display habe ich auf der linken Seite verbaut. Die Anfahrhilfe auf der rechten Seite. Da an meinem Fahrrad die Bremshebel mit Schaltung eine Einheit bilden, mußte ich mir überlegen, was mit den neuen Bremshebeln zur Motorabschaltung passiert. Kabel abschneiden und ohne Motorabschaltung fahren :?: Möglich. Wie an anderer Stelle vorgestellt, Reedkontake einbauen :?: Auch möglich. Ich habe mich für eine weitere Variante entschieden. Da nur noch auf der rechten Lenkerseite etwas Platz war, habe ich dort einen Bremshebel angebaut und das Kabel des Linken abgeschnitten. So habe ich jederzeit die Möglichkeit, mit dem Daumen kurz den Hebel zu drücken und der Motor hört auf zu laufen. Ich habe den Hebel nach oben setzen müssen, da ich eine Klickfix-Lenkertasche benutze. Dadurch war wenig Platz, den Hebel nach unten zu legen, wo er weniger auffällt.

4.
Der Contoller und der Akkueinbau waren nur noch Formsache. Die teilweise langen Kabel wurden gut verlegt und mit Kabelbindern befestigt.

Nach Abschluß aller Arbeiten wurde ein ausgiebiger Test durchgeführt. Erst auf einem Stand, wobei das schon oben erwähnte Problem mit der Magnetscheibe auftrat. Danach ein weiterer Test von 10 km.
:D Ich bin einfach begeistert und werde meiner Frau auch noch das Unbehagen nehmen und sie überzeugen, sich Ihr Fahrrad auch noch von mir umrüsten zu lassen.
Gegenwind und Steigungen sind kein Thema mehr. Hinsichtlich der Akkuleistung muß man mal abwarten, wie das sich entwickelt.

Was ich heute sagen kann: Eine lohnende Sache.


Dateianhänge:
IMG_2039a.jpg
IMG_2039a.jpg [ 150.48 KiB | 2929-mal betrachtet ]
IMG_2042.JPG
IMG_2042.JPG [ 32.28 KiB | 2929-mal betrachtet ]
IMG_2036a.jpg
IMG_2036a.jpg [ 118.52 KiB | 2929-mal betrachtet ]
IMG_2038a.jpg
IMG_2038a.jpg [ 117.41 KiB | 2929-mal betrachtet ]
IMG_2037a.jpg
IMG_2037a.jpg [ 113.95 KiB | 2929-mal betrachtet ]
IMG_2040a.jpg
IMG_2040a.jpg [ 96.65 KiB | 2929-mal betrachtet ]
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Victoria "Mainau" Umbau mit dem ELFEI- Umbausatz
BeitragVerfasst: Di 7. Sep 2010, 17:36 
Offline

Registriert: So 15. Aug 2010, 11:24
Beiträge: 6
Erfahrungsbericht mit dem ELFEI 36V Lithium-Ionen Akku 9Ah

Ich habe jetzt den Akku zum ersten Mal leer gefahren. (dachte ich). Ich bin 57 km damit gefahren.Während der gesamten Fahrten war die Anlage eingeschaltet. Als ich den Akku wieder auflud, habe ich noch vorher kurz den Ladezustand gemessen. Er betrug immer noch 34,5 Volt. Ich denke, dass ich bestimmt noch 10 bis 15 km fahren konnte, bevor der Akku zu macht. Werde das beim nächsten Mal testen.

Während der Fahrten habe ich folgende Distanzen in folgenden Modis gefahren:

30 km im L (Low) Mode
15 km im M (Middle) Mode
12 km im H (High) Mode

Die gesamte Wegstrecke setzte sich aus Flachstücken mit und ohne Gegenwind, einige kurze steilere Stecken, sowie mäßige langgezogene Steigungen ebenfalls mit und ohne Gegenwind zusammen. Mein Eigengewicht beträgt 96 kg, das meines Rades nochmal 24kg.
Ich denke, das ist ein guter Wert für den Akku, zumindest bin ich damit sehr zufrieden.

Die Kontroll-LED’s des Displays geben allerdings keinen Aufschluss über den Ladezustand des Akkus. Gleiches gilt für die Testanzeige am Akku. Nach ca. 32 km leuchtete nur noch eine LED. Auch bricht die Anzeige bei etwas größerer Leistungforderung relativ schnell ein, stabilisiert sich dann aber auch wieder schnell bei geringerer Anforderung. Wenn man es weiß, ist es aber kein Problem und kein Grund zur Besorgnis. Wenn der Akku jetzt noch die angegebenen 500 Ladungen hält, kann man rundum zufrieden sein.


Zuletzt geändert von JSchreiber am Do 9. Sep 2010, 13:55, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Victoria "Mainau" Umbau mit dem ELFEI- Umbausatz
BeitragVerfasst: Mi 8. Sep 2010, 07:54 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Fr 8. Jan 2010, 17:27
Beiträge: 511
Wohnort: Erlangen
Vielen Dank für diesen ausführlichen Testbericht.
Ich denke damit können sich nun sehr viele Pedelec-Interessierte ein sehr gutes Bild machen.

_________________
Umbaupartner am Standort Erlangen ** Umbauanfragen bitte per PN


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Victoria "Mainau" Umbau mit dem ELFEI- Umbausatz
BeitragVerfasst: Sa 11. Sep 2010, 14:52 
Offline

Registriert: So 15. Aug 2010, 11:24
Beiträge: 6
Modification der Motorbremse aus dem ELFEI Umbausatz.

Nachdem ich anfänglich einen Bremshebel an dem Lenker (siehe Bilder oben) verbaut hatte, überlegte ich mir, wie es noch einfacher zu machen sei, die Motorabschaltung zu verbessern. Die Bremshebel selber passten ja bei meinen Rad nicht, da ich Bremse und Schaltung in Einem habe. Auch ist die Kabelführung, die in die Bremshebel laufen, sehr schwach. Sollte jemand Lenkertasche oder Körbe benutzen, können die Kabel sehr schnell geknickt werden und dann brechen. Reedkontakteinbau war mir ehrlich gesagt zu umständlich.

Der Umbau

Zuerst muß man mal ein Kabel von einem Bremshebel durchschneiden. Dann muß der Bremshebel von der Halterung abgebaut werden. Dazu wird der kleine Sicherungsring entfernt und der Haltestift ausgestoßen. Jetzt kann der Hallsensor aus der Halterung nach Vorne heraus genommen werden.
Dann an dem Bremshebelgehäuse eine geeignete Position für den Sensor suchen und mit Zwei-Komponentenkleber festkleben. Die Klebeflächen für Sensor und Winkel vorher mit Schmiergelpapier etwas anrauen und vor dem Ankleben säubern. Ich habe mich für die Unterseite der Hinterradbremse entschieden. Natürlich geht es auch an der Vorderradbremse und auch, wer will, an beiden Bremsen. Ich bremse aber immer erst mit der hinteren Bremse.
Das durchgeschnittene 3-adrige Kabel muß nun wieder zusammen gelötet werden. Bitte Schrumpfschlauch oder Isolierband nicht vergessen.
Danach habe ich mir einen kleinen Winkel aus Aluminiumprofil zurecht gesägt. Das Profil hatte ich noch liegen, gibt es aber billig im Baumarkt als Meterstücke. Natürlich kann man auch andere nicht so leicht verbiegbare Materialien nehmen.
Wichtig ist dann, die genaue Position des Winkels am Bremshebel festzulegen und zu markieren. Der Winkel muß den federgelagerten Stift des Sensors bei entlasteter Bremse ganz eindrücken. Wenn das gemacht ist, dann bitte den Bremshebel mit Kabelbinder oder anderem Band in gezogener Position festbinden.
Jetzt den Winkel an vorher markierter Position ankleben. Sollte die Klebeposition etwas schräg sein, dann bitte für die nächsten 3 bis 5 Minuten auf Verrutschen achten und gegebenenfalls korrigieren. Das Gleiche gilt auch für den Sensor. Bitte keinen Sekundenkleber nehmen. Der hat nämlich die Eigenschaft der Auflösung bei Wasserkontakt. Auch würde ich von der Heißklebung abraten.
Das Ganze dann über Nacht aushärten lassen. Am nächsten Tag den Kabelbinder oder das Band abscheiden.
Der erste Test bringt dann Zufriedenheit und ein gutes Gefühl, dass man nun eine sauber funktionierende Motorabschaltung hat.


Dateianhänge:
IMG_2658.JPG
IMG_2658.JPG [ 52.87 KiB | 2786-mal betrachtet ]
IMG_2660.JPG
IMG_2660.JPG [ 43.97 KiB | 2786-mal betrachtet ]
Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO